Aufstieg oder…

Abstieg?

Ich habe eine neue Kamera. Wen ich ihren Namen gleich aufschreibe, werden sicher einige denken?
Wieso geht er diesen Schritt abwärts?

Andere werden vielleicht sagen … Wow! Ein Schritt nach vorne!

Ich gehöre natürlich zu den letzteren. Sonst hätte ich sie ja nicht gekauft. Allein der mega günstige Preis von 299€ für eine neue Kamera war definitiv nicht der Grund.

O.K., O.K. … ich sag‘s ja schon. Es ist die

Fujifilm X-T100

geworden!

(Nicht verwechseln mit X100T)

Alles in allem also die kleine Schwester der X-T10,20,30 Baureihe oder auch die leicht größere Schwester der X-A Baureihe, da sie einen Sucher hat. Und zwar den aus der X-T20!

Tja, was hat mich bewogen?

Kurzform: X-Pro1 macht Zicken. Der Verschluß hängt immer mal wieder und das hintere Wahlrad reagiert kaum noch. Also mehr so zufällig. Je nach Tagesform der betagten Kamera. Obwohl sie immernoch klasse Bilder abliefert … wenn sie dann abliefert.

Die X-T10 hat Kratzer auf dem Sensorschutzglas und nicht mehr selbst zu entfernende Verunreinigungen. Ein Profi bekäme sie ggf noch ein wenig sauberer (für ca 50€), aber die Kratzer blieben.
(Siehe im Bild linke Seite mittig und unten)

Also war die erste Entscheidung, diese 50 Ocken lieber in eine neue zu investieren. Die Kleine liegt mir gut in der Hand. Einige Videos und Gespräche gaben letztlich den Ausschlag. Und natürlich spielten die 50% mehr MP eine kleine Rolle.

Nach X-Trans-Sensor mit 16MP habe ich nun also einen Bayer-Sensor mit 24MP.

Dann habe ich recherchiert … Es folgt die Langversion … und meine Tipps zum Kamerakauf. Zumindest was Fuji angeht.

1. Wenn ihr in einem Markenforum unterwegs seid, lest die passenden Beiträge mit etwas Abstand und mit eurem Verstand.
Soll heißen … alle Beiträge, die mit rosa-roter Markenbrille geschrieben wurde ignorieren 🙂
Beiträge, die mit einem „habe ich im Internet gelesen oder auf You Tube gesehen“ garniert sind … ignorieren. (Nichts ist schlimer, als solch ein Halbwissen).
Dann einen Zettel nehmen und von den vermeintlich seriösen Beiträgen eine Pro- und Contra-Liste machen.
Dann klassifizieren, welche der Punkte für euch tatsächlich eine Rolle spielen könnten/werden.

2. Suchmaschine anwerfen und seriöse Reviews lesen und Beispielbilder anschauen.
Da ich schon 7 Jahre mit Fuji unterwegs bin, hatte ich schnell meine Seiten, auf denen ich passende Informationen fand.
Bei Fuji zählen für mich immer die Meinungen von unter anderem Jonas Rask, Kevin Mullins und natürlich ein paar weiteren. Kommt drauf an, wer getestet hat.
Aber nicht nur die sogenannten X-Photographers sind interessant, was mich dann, nachdem ich deren Aussagen mit der Pro- und Contra-Liste verglichen habe, zu Schritt 3 brachte.

3. YouTube besuchen und Videos zum Produkt suchen.
dort aber zunächst mal alle „Testkanäle“ meiden. Da sind oft Menschen unterwegs, die zwar technische Daten vergleichen und Fotos unter Laborbedingungen machen können … Nutzt aber selten etwas für die tägliche Praxis. Außerdem weiß man nie wirklich, wer die Tests bezahlt 😉

Sehr wohl kann man aber schauen, ob es Material von den unter Punkt 2 genannten Menschen gibt. Das macht für mich Sinn.

Noch viel mehr Sinn macht es, die Leute zu suchen, die als Zielgruppe benannt sind.
In diesem Fall also junge Leute, die Spaß an der Fotografie, an Social Media und V-Logging haben … die Vlogger also.

Also die Video-Tagebuch-Sprecher 🙂

Wenn die passende Zielgruppe positiv berichtet, könnte an der Kamera auch vieles richtig sein.
Wenn mir so jemand vom Touchscreen vorschwärmt, ist es für mich jedenfalls mehr wert, als wenn jemand, der seit 20 Jahren große DSLR nutzt , behauptet, der Touch sei Mist.

4. Wenn dann so alles an Wissen und Erfahrung eingeholt ist, nehmt euch die Pro- und Contra-Liste nochmal vor. Da wird sich einiges geändert oder gar verschoben haben.

Wenn ihr nun immernoch unsicher seid oder für ein paar Funktionen noch Input braucht, dann geht nochmal zu Youtube und schaut im Falle Fuji auf den Kanal der „Fuji Guys“!!!

Hier gibt es das geballte Wissen zu Tastenbelegungen, Sonderfunktionen und allem drumherum. Echte Tipps für den Umgang mit einem Werkzeug. Sie erklären es schlicht, aber treffsicher und verständlich.

5. Hört auf euer Bauchgefühl und natürlich euer Herz!
Die beste Kamera ist die, die ihr gerne mitnehmt und nutzt!

Mein Herz hat gesagt:
„Die kleine schwarze da sieht fast genauso aus, wie die kleine silberne, die du dir in den 80igern als allererste eigene Kamera gekauft hast. Weißt du noch wieviel Spaß du hattest und wie hoch ich gehüpft bin?„

Jo! Weiß ich noch!!!

5. Jetzt fehlt entweder noch der Gang in den Shop, um das Teil der Begierde mal anzufassen oder noch schöner … ein Stammtischtreffen 🙂

6. Kaufen! Wenn man schonmal im Shop ist. Oder eben online bestellen.

Da die Nachfolgerin gerade auf den Markt kam und die X-T100 nicht mehr im Laden war, habe ich dieses Mal online geschaut und tatsächlich hatte ein Händler noch eine kleine schwarze als Ausstellungsstück!

Hatte … Denn jetzt ist sie bei mir 😉

So! und wer bis hierher gelesen oder gescrollt hat, findet hier die ersten Bilder … Hach … sie ist so schön klein, griffig, wunderschön!

Und am Ende braucht man doch eh nur Zeit, Blende und ISO … oder?

5 Gedanken zu “Aufstieg oder…

  1. Ich denke jeder engagierte Fotograf hat so eine Kamera für all die (vielen) Fälle, wo kein Projekt ansteht, keine Fotoreise gemacht wird, kein ausstellungsfähiges Foto von 50×70 erwartet wird. Der kleine Begleiter für unterwegs und zwischendurch. Das ist eine Gefühlssache, da gebe ich dir recht. Bei mir ist es die kleine minimalistische Leica Q.

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    1. Wieso nicht für eben das anstehende Projekt? Die Fotoreise? Den 50×70 Ausdruck? Ich denke eher, dass es die besonders „großen“ super tollen Kameras eben nur für besondere Anlässe braucht. 😉

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  2. Ich kann da nur für mich sprechen. Mit meiner kleinen Leica mit Festbrennweite 28 mm mache ich keine Landschaftsfotografie wofür ich wieder Filter bräuchte, keine Makros, weil sie kein Fotostacking kann, fotografiere ich keine Events, weil 28 mm da nicht ausreichen etc. Sie ist immer dabei wenn ich das Haus verlasse und nichts konkretes vor habe, oder nur Streets machen will.

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